Sicherheit im Umgang mit Alkohol- und Drogenabhängigen Personen
Allgemeines zur Drogenpolitik der Stadt Zürich
Die Drogenpolitik fusst auf dem 4-Saulen-Prinzip:
In den «Kontakt- und Anlaufstellen» ist der Konsum illegaler Drogen und auch der Mikrohandel (Dealen kleinster Mengen von/zwischen konsumierenden Personen) toleriert.
Die Kontakt- und Anlaufstellen (Kaserne, Selnau & Oerlikon) stehen nur Personen mit Wohnsitz in Zürich offen. Für Personen von ausserhalb der Stadt gibt es den «Raum für Konsum und Triage,) (Nähe Sihlcity/Kloppstockwiese).
Konsum im öffentlichen Raum wird nicht toleriert.
Die Strategie ist, die «Szene» in Bewegung zu halten. Gruppen sollen sich verteilen, sodass es keine Orte in der Stadt gibt, die von einer bestimmten Gruppe dominiert werden.
Im Grundsatz gilt: Der öffentliche Raum ist für alle da
Grundprinzip
Das Ampelsystem hilft: Hinschauen, einschätzen, handeln.
Gefährliche Situation: Sofort 117 alarmieren
Kritische Situation: Bei auffälligen Verhalten Meldung an (wer, was, wann, wo, wie) Polizei oder sip züri Ungefährliche Situation:
Bei wiederholtem und auffälligem Auftreten sip züri informieren. Situation weiter beobachten In welcher Situation wen anrufen?
Melden Sie sich bei der Stadtpolizei (in akuten, dringenden Fällen und/oder wenn Gewalt imSpiel ist) oder bei sip züri, wenn die Situation weniger akut ist und/oder regelmässig auftritt.
Entsorgung & Recycling Zürich (ERZ): T +41 44 417 77 77 der App «Züri wie neu».
Auf App bzw. Webseite «Züri wie neu» kann man Abfall oder Schäden und Mängel an der öffentlichen Infrastruktur melden, bspw. auch von Leuten genutztes Sperrmüll-Mobiliar auf den Strassen.
Was tun bei …
… Beobachten von Konsumation, Dealen: In einer gefährlichen Situation immer 117 wählen. Ob die Polizei vor Ort interveniert, hängt von der konkreten Situation, der Gefährdungslage und den aktuell verfügbaren Ressourcen bzw. der Einsatzdisposition ab. Jede Meldung wird erfasst und ist für eine akkurate Lagebeurteilung wichtig.
Foto-/Filmaufnahmen: Bitte unterlassen. Das trägt nicht zu einer positiven Begegnung bei, da es eskalierend wirkt. Zudem ist es datenschutzrechtlich heikel und Aufnahmen können in den meisten Fällen auch nicht vor Gericht verwendet werden.
Wenn man anruft (egal ob Notruf oder sip züri): Genauen Ort angeben. Wenn man Personen beschreiben will, am besten auf auffällige oder ungewöhnliche Merkmale achten (z.B. «gelbe Schuhe» eher hilfreich als «dunkle_Jacke»).
Drogenutensilien nicht berühren, Standort merken/kennzeichnen und melden (z.B. ERZ, sip, Polizei) .
… Kontakt geht von konsumierenden Personen aus:
Beispiel: Personen machen komische Bemerkungen oder sprechen Kinder an. Solche Situationen kommen insgesamt sehr selten vor. Grundsätzlich verhalten sich konsumierende Personen Kindern gegenüber meist neutral oder rücksichtsvoll.
Auf das eigene Gefühl achten. Eskalative Wortwahl vermeiden, wenn möglich. Anstarren vermeiden.
«Sie» statt «Du». Keine Beleidigungen.
Physische Distanz wahren.
Nicht auf Diskussionen einlassen.
Klare Sprache, z.B. ,,sprechen Sie bitte mein Kind nicht an.»
Wenn man sich unsicher fühlt, andere Menschen drumherum als Ressource nutzen, z. B. «Ich brauche gerade Unterstützung» oder «Sie mit dem Regenschirm, rufen Sie bitte die 117 an.»
Als Merksatz, wenn man sich unsicher fühlt: Lärm, Leute, Licht.
Lieber früher als später 117 rufen und sich zurückziehen. Es ist keine Schande, wenn sich dann bis zum Eintreffen der Polizei die Situation längst wieder aufgelöst hat.
…Betteln:
Betteln ist nicht erlaubt. Es ist völlig okay, nichts zu geben. Es ist aber auch okay, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Man muss und darf es selbst entscheiden.
Als Alternative zum Geld geben kann man anbieten: «Soll ich Ihnen was zu essen besorgen?» «Soll ich für Sie die sip züri anrufen? Sie können Ihnen weiterhelfen»
… Hilfsbedürftige Personen:
Bei offensichtlichem medizinischen Notfall: Sofort 144 rufen.
Als anrufende Person muss man in keinem Fall die Kosten übernehmen!
Bei unklarer Lage (z.B. Person atmet, ist aber nicht ansprechbar) kann man auch sip züri_rufen.
Wichtige Kontakte: Polizei Notruf: 117 Hiermit erreicht man direkt die Einsatzzentrale der Stadtpolizei Zürich. Auch dann anrufen, wenn man unsicher ist! Die Mitarbeitenden sind darin geschult, die Dringlichkeit einzuschätzen und Hilfe zu vermitteln.
sip züri: T +41 44 412 72 72 Sip züri ist eine Abteilung des Sozialdepartements und betreibt aufsuchende Sozialarbeit und Konfliktvermittlung im öffentlichen Raum und bietet Beratung, Vermittlung, Unterstützung und Krisenbewältigung in sozialen Notsituationen. Die Patrouillen von sip züri sind an 365 Tagen im Jahr zwischen 08:00 Uhr und 23:00 Uhr (Do/Fr/Sa bis 02:00 Uhr) unterwegs.
Weitere wichtige Kontakte:
Stadtpolizei Kreis 4: Claude Gremaud, Kreischef T +41 44 411 60 40 stp-kreischef-4@zuerich.ch
Delegierte Quartiersicherheit: Dayana Mordasini T +41 44 411 7016 dayana.mordasini@zuerich.ch
Quartierverein Kreis 4: Franco Taiana, Präsident T +41 44 241 48 07 praesidium@8004.ch
Links:
Drogen-und Suchtpolitik Stadt Zürich https://www.stadt-zuerich.ch/de/politik-und-verwaltung/politik-und-recht/strategiepolitikfelder/drogenpolitik-suchtpolitik.html
Sip züri https://www.stadt-zuerich.ch/de/stadtleben/zusammenleben/oeffentlicher-raum/sip.html Verstärkte Massnahmen gegen Bettler https://www.stadt-zuerich.ch/misc/de/mitteilungsarchiv/medienmitteilungen/2012/09/verstaerktemassnahmen-gegen-bettler.html